Sebastian Bosse

Viel ist es nicht was man an Hintergrundwissen über Sebastian Bosse hat. Sein Charakter ist nicht durch Zeugenaussagen belegt. Man muss ihn sich aus seinem Blog, seinem Tagebuch und seinem Abschiedsbrief zusammenreimen.

Er galt als Außenseiter, soviel ist belegt. Er wurde gemobbt, auch das ist sicher. Aber wie sehr er gelitten hat, lässt sich nur erahnen!

Der Abschiedsbrief von Sebastian Bosse

 

Wenn man weiss, dass man in seinem Leben nicht mehr Glücklich werden kann, und sich von Tag zu Tag die Gründe dafür häufen, dann bleibt einem nichts anderes übrig als aus diesem Leben zu verschwinden. Und dafür habe ich mich entschieden. Es gibt vielleicht Leute die hätten weiter gemacht, hätten sich gedacht "das wird schon", aber das wird es nicht.

Man hat mir gesagt ich muss zur Schule gehen, um für mein leben zu lernen, um später ein schönes Leben führen zu können. Aber was bringt einem das dickste Auto, das grösste Haus, die schönste Frau, wenn es letztendlich sowieso für'n Arsch ist. Wenn deine Frau beginnt dich zu hassen, wenn dein Auto Benzin verbraucht das du nicht zahlen kannst, und wenn du niemanden hast der dich in deinem scheiss Haus besuchen kommt!

Geht´s noch deutlicher!? Allein der 1. Abschnitt macht doch schon deutlich, dass Sebastian zu dem Zeitpunkt gar keinen anderen Ausweg aus seinem Schlamassel sieht, als sich selbst zu töten. Auch sieht er sein Problem schon als ein Problem mit der "Instituion Schule" im Allgemeinen und nicht mit seiner Schule im Besonderen.

Im 2. Absatz denkt er diesen Gedanken dann auch konsequent zu ende, indem er sich nämlich seine Zukunft vorstellt. Was einen nachdenklich stimmt ist die Tatsache, dass er, trotz seiner düsteren Zukunftsphantasien, sich trotzdem ein relativ normal-bürgerliches Leben ausmalt. Das könnte ein Rückschluss auf seine damalige Familiensituation zulassen. Die, unter Umständen, genau so aussieht.

Das einzigste was ich intensiv in der Schule beigebracht bekommen habe war, das ich ein Verlierer bin. Für die ersten jahre an der GSS stimmt das sogar, ich war der Konsumgeilheit verfallen, habe anach gestrebt Freunde zu bekommen, Menschen die dich nicht als Person, sondern als Statussymbol sehen.

Aber dann bin ich aufgewacht! Ich erkannte das die Welt wie sie mir erschien nicht existiert, das ie eine Illusion war, die hauptsächlich von den Medien erzeugt wurde. Ich merkte mehr und mehr in was für einer Welt ich mich befand. Eine Welt in der Geld alles regiert, selbst in der Schule ging es nur darum. Man musste das neuste Handy haben, die neusten Klamotten, und die richtigen "Freunde". hat man eines davon nicht ist man es nicht wert beachtet zu werden. Und diese Menschen nennt man Jocks. Jocks sind alle, die meinen aufgrund von teuren Klamotten oder schönen Mädchen an der Seite über anderen zu stehen. Ich verabscheue diese Menschen, nein, ich verabscheue Menschen.

Hier finden wir zum 1. Mal einen konkreten Hinweis, dass Sebastian schon früh ein Mobbingopfer geworden ist. Interessant ist aber, was aus seiner Sicht ein Verlierer ist: Nämlich jemand, der in der breiten Masse mitschwimmt, immer die neusten Klamotten hat und jeden Trend (wie dämlich dieser auch immer ist!) mitmacht.

Aus dem Gemobbten wird der Gewinner, jemand der sich grade durch seine Andersartigkeit, Individualität, aus der Masse abzeichnet. Hier erkennt man, dass er trotz seiner negativen Einleitung des Briefes, in früheren Zeiten versucht hat mit seiner Situation klar zu kommen, sich mit ihr zu arrangieren.

Als nächstes lässt der Brief Rückschlüsse auf das zu was Psychologen und Pädagogen gern mit  "Gruppenbildung an Schulen" betiteln: Den Cliquen. Man könnte sogar vermuten, dass Sebastian zu seiner Anfangszeit an der Geschwister-Scholl-Schule selbst ein Cliquenmitglied war, da er ja "der Konsumgeilheit verfallen" war. Aus welchen Gründen auch immer, aber es kommt wohl zum Bruch mit der Clique, vermutlich weil er nicht genügend Geld hat um den Cliquenanforderungen zu entsprechen ("Eine Welt in der Geld alles regiert, selbst in der Schule ging es nur darum.").

Zudem lässt der Brief auf die Gruppe schließen, die ihn am meisten mobbte: Den Jocks (Zitat Sebastian Bosse). Durch seinen Rauswurf aus dieser Gruppe ist er für die Jocks kein ehemaliger Freund mehr, sondern nur noch ein Verlierer wie alle anderen, den man mobben kann wie man will. Auffällig ist hier die Bezeichnung der Clique, denn Jocks heißen die Sportler an den High Schools. Zudem ist diese Gruppenbildung in den USA viel stärker ausgeprägt, doch grade mit dieser Bezeichnung will Sebastian klar machen, dass auch hier in Deutschland nur die Cliquen gelten und nicht die Individuuen. Von den Gefühlen der Erniedrigungen zeugt auch der letztee Satz dieses Abschnittes, der gleich klar macht wer Sebastian gegen das Mobben geholfen hat: Keiner! Und das hat sich bis heute an vielen Schulen nicht geändert, obwohl es ja immer wieder angekündigt wird! Diese ausgebliebene Hilfe seiner Mitmenschen führt dazu, dass er sie, zu Recht, als Mittäter, Unterstützer der Jocks, der Mobber, wahrnimmt und sich somit sein Hass auch gegen sie richtet.

Ich habe in den 18 Jahren meines Lebens erfahren müssen, das man nur Glücklich werden kann, wenn man sich der Masse fügt, der Gesellschaft anpasst. Aber das konnte und wollte ich nicht. Ich bin frei! Niemand darf in mein Leben eingreifen, und tut er es doch hat er die Konsequenzen zu tragen! Kein Politiker hat das Recht Gesetze zu erlassen, die mir Dinge verbieten, Kein Bulle hat das Recht mir meine Waffe wegzunehmen, schon gar nicht während er seine am Gürtel trägt.

Das Mobbingopfer wird hier nun vollends zum Außenseiter, der immer mehr für sich allein lebt und dies auch so wahrnimmt. Für ihn existiert zu dem Zeitpunkt nur noch er allein und kein Anderer mehr, daher interessieren ihn auch nur noch seine Bedürfnisse und Belange. Das nicht - mehr - Anerkennen von Gesetzen und Obrigkeiten ist ein Indiz dafür, dass er sich von den Lehrern bzw. seiner Umwelt im Stich gelassen fühlt, da sie ihm nicht gegen seine Peiniger zur Seite standen.

Wozu das alles? Wozu soll ich arbeiten? Damit ich mich kaputtmaloche um mit 65 in den Ruhestand zugehen und 5 Jahre später abzukratzen? Warum soll ich mich noch anstrengen irgendetwas zu erreichen, wenn es letztendlich sowieso für'n Arsch ist weil ich früher oder später krepiere?

Ich kann ein Haus bauen, Kinder bekommen und was weiss ich nicht alles. Aber wozu? Das Haus wird irgendwann abgerissen, und die Kinder sterben auch mal. Was hat denn das Leben bitte für einen Sinn? Keinen! Also muss man seinem Leben einen Sinn geben, und das mache ich nicht indem ich einem überbezahlten Chef im Arsch rumkrieche oder mich von Faschisten verarschen lasse die mir erzählen wollen wir leben in einer Volksherrschaft.

Hier sieht man nun wirklich auf´s Deutlichste: Den einzigen Sinn, den Sebastian in seinem Leben sieht ist der Tod. Dies ist unumstößlich eine Folge des jahrelangen Mobbings. Aber damit nicht genug, er sieht in allen Dingen nur deren Vergänglichkeit, deren Beständigkeit, bis zu einem gewissen Zeitpunkt (daher auch sein Nickname:RestistantX). Zu diesem Äußert er selbst, dass das Beste an allen Dingen ihre Vergänglichkeit sei. Dies versteht sich wieder als ein Hinweis auf seine Schulzeit, die er da aber dennoch nach dem Motto: Es geht vorüber, sieht.

Nein, es gibt für mich jetzt noch eine Möglichkeit meinem Leben einen Sinn zu geben, und die werde ich nicht wie alle anderen zuvor verschwenden! Vielleicht hätte mein Leben komplett anders verlaufen können. Aber die Gesellschaft hat nunmal keinen Platz für Individualisten. Ich meine richtige Individualisten, Leute die selbst denken, und nicht solche "Ich trage ein Nietenarmband und bin alternativ" Idioten!

Ihr habt diese Schlacht begonnen, nicht ich. Meine Handlungen sind ein Resultat eurer Welt, eine Welt die mich nicht sein lassen will wie ich bin. Ihr habt euch über mich lustig gemacht, dasselbe habe ich nun mit euch getan, ich hatte nur einen ganz anderen Humor!

Das ist gewissermaßen der Wendepunkt, sowohl im Brief als auch im Leben des Sebastian B.! War er vorher noch passiv-depressiv, so bündelt sich nun seine Wut bzw. seine Agressionen und richtet sie gegen seine Außenwelt, in Worten genauso deutlich wie in Taten. Das muss der Zeitpunkt sein als ihm klar wurde, dass die Idee des Amoklaufes kein fixer Gedanke ist, sondern seine "Lösung". Zudem greift er hier wieder den Individualitätsgedanken vom 2. Absatz auf, doch während er diesen Gedanken im 2. Absatz nur Anriss bzw. dieser nur zwischen den Zeilen zu lesen war kommt er hier besonders zum Ausdruck. Auch geht Sebastian hier wieder besonders auf die Kleidung ein (Nietenarmband!), was ein Zeichen sein könnte, warum er aus der Clique der Jocks ausgestoßen wurde. Er sieht die Schule bzw. den Schulalltag ganz einfach als Schlacht und sieht man sich heute auf deutschen Schulhöfen um kann man ihm nicht anders als Recht geben, da immer jemand egal ob zu klein, zu dick oder einfach "zu doof" (soll heißen von den anderen nicht akzeptiert!!) gemobbt wird. Er beschuldigt auch ganz klar die Schule für seine Taten, was nachvollziehbar ist, da diese verantwortlich für die Schikanen durch Andere sind und keine Ego-shooter bzw. Paintballspiele! Nee, keines der beiden genannten hat Sebastian gemobbt, wie er es in seinem Abschiedsbrief schreibt!

Von 1994 bis 2003/2004 war es auch mein Bestreben, Freunde zu haben, Spass zu haben. Als ich dann 1998 auf die GSS kam, fing es an mit den Statussymbolen, Kleidung, Freunde, Handy usw.. Dann bin ich wach geworden. Mir wurde bewusst das ich mein Leben lang der Dumme für andere war, und man sich über mich lustig machte. Und ich habe mir Rache geschworen!

Diese Rache wird so brutal und rücksichtslos ausgeführt werden, dass euch das Blut in den Adern gefriert. Bevor ich gehe, werde ich euch einen Denkzettel verpassen, damit mich nie wieder ein Mensch vergisst!

Ich will das ihr erkennt, das niemand das Recht hat unter einem faschistischen Deckmantel aus Gesetz und Religion in fremdes Leben einzugreifen!

Ich will das sich mein Gesicht in eure Köpfe einbrennt!

Ich will nicht länger davon laufen!

Ich will meinen Teil zur Revolution der Ausgestossenen beitragen!

Ich will R A C H E !

Spätestens hier merkt nun auch der Letzte: Sebastian wurde psychisch Misshandelt! Jawohl, Mobbing ist für mich gleichzusetzen mit psyichischer Misshandlung! Dieser Abschnitt fasst im Groben das bereits geschriebene nochmal zusammen: von der Clique, den Jocks, verstoßen, gemobbt, keine Hilfe bekommen, aufgestaute Wut und letztendlich der Ausbruch!

Ich habe darüber nachgedacht, dass die meisten der Schüler die mich gedemütigt haben schon von der GSS abgegangen sind. Dazu habe ich zwei Dinge zu sagen:

1. Ich ging nicht nur in eine klasse, nein, ich ging auf die ganze Schule. Die Menschen die sich auf der Schule befinden, sind in keinem Falle unschuldig! Niemand ist das! In deren Köpfen läuft das selbe Programm welches auch bei den früheren Jahrgängen lief! Ich bin der Virus der diese Programme zerstören will, es ist völlig irrelewand wo ich da anfange.

2. Ein Grossteil meiner Rache wird sich auf das Lehrpersonal richten, denn das sind Menschen die gegen meinen Willen in mein Leben eingegriffen haben, und geholfen haben mich dahin zu stellen, wo ich jetzt stehe; Auf dem Schlachtfeld! Diese Lehrer befinden sich so gut wie alle noch auf dieser verdammten schule!

Auch das ist eigentlich nochmal eine Zusammenfassung: Sebastian macht die Schule als Ganzes verantwortlich, er geht davon aus, dass es nicht nur in seinem Jahrgang, nicht nur bei ihm zu Mobbing kam. Womit er ja auch Recht hat. Fast jeder Schüler kennt heute jemanden der gemobbt wird oder ist selbst davon betroffen. Interessant ist aber vor allem Punkt 2 seiner Aufzählung: Dieser lässt gar keinen anderen Schluss zu als jenen, dass die Lehrer Sebastian nicht geholfen haben, sondern über das Problem des Mobbens hinwegsahen, was ja heute leider oft noch der Fall ist.

Das Leben wie es heute täglich stattfindet ist wohl das armseeligste was die Welt zu bieten hat! S.A.A.R.T. - Schule, Ausbildung, Arbeit, Rente, Tod Das ist der Lebenslauf eines "normalen" Menschen heutzutage. Aber was ist eigentlich normal?

Als normal wird das bezeichnet, was von der Gesellschaft erwartet wird. Somit werden heutzutage Punks, Penner, Mörder, Gothics, Schwule usw. als unnormal bezeichnet, weil sie den allgemeinen Vorstellungen der Gesellschaft nicht gerecht werden, können oder wollen. Ich scheiss auf euch! Jeder hat frei zu sein! Gebt jedem eine Waffe und die Probleme unter den Menschen lösen sich ohne jedliche Einmischung Dritter. Wenn jemand stirbt, dann ist er halt tot. Und? Der Tod gehört zum Leben! Kommen die Angehörigen mit dem Verlust nicht klar, können sie Selbstmord begehen, niemand hindert sie daran!

Auch hier wird wieder klar, Sebastian empfand sich selbst nicht als unnormal, wohl aber wurde er von anderen als unnormal empfunden, da er nicht in ihr, das Schema der Jocks, passte. Er sah hier schon keinen anderen Ausweg mehr als sich zu erschießen. Er sah den Tod auch nicht als Feind oder als beängstigend an, sondern als eine schlussendliche Notwendigkeit. Man könnte hier meinen, dass ihm seine Angehörigen nichts bedeuten, aber ich werde an einer anderen Stelle seines Briefes zeigen, dass das Gegenteil der Fall ist!

S.A.A.R.T. beginnt mit dem 6. Lebensjahr hier in Deutschland, mit der Einschulung. Das Kind begibt sich auf seine perönliche Sozialisationsstrecke, und wird in den darauffolgenden Jahren gezwungen sich der Allgemeinheit, der Mehrheit anzupassen. Lehnt es dies ab, schalten sich Lehrer, Eltern, und nicht zuletzt die Polizei ein. Schulpflicht ist die Schönrede von Schulzwang, denn man wird ja gezwungen zur Schule zu gehen.

Wer gezwungen wird, verliert ein Stück seiner Freiheit. Man wird gezwungen Steuern zu zahlen, man wird gezwungen Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten, man wird gezwungen dies zu tun, man wird gewzungen das zu tun. Ergo: Keine Freiheit!

Und sowas nennt man dann Volksherrschaft. Wenn das Volk hier herrschen würde, hiesse es Anarchie!

WERDET ENDLICH WACH - GEHT AUF DIE STRASSE - DAS HAT IN DEUTSCHLAND SCHONMAL FUNKTIONIERT!

Hier herrscht wieder dasselbe Bild: Sebastian empfindet die Schule nur noch als Zwang und als Freiheitsberaubung, aus der es auszubrechen gilt. Interessant ist aber der letzte Satz. ich persönlich denke nicht, dass er wirklich Anarchie will sondern vielmehr wieder glücklich sein! Deshalb ist dieser Aufruf für mich kein Aufruf zur Demo für die Anarchie sondern für mehr Solidaritat und Menschlichkeit!

Nach meiner Tat werden wieder irgendwelche fetten Politiker dumme Sprüche klopfen wie "Wir halten nun alle zusammen" oder "Wir müssen gemeinsam versuchen dies durchzustehen". Doch das machen sie nur um Aufmerksmakeit zu bekommen, um sich selbst als die Lösung zu präsentieren. Auf der GSS war es genauso... niemals lässt sich dieses fette Stück Scheisse von Rektorin blicken, aber wenn Theater- aufführungen sind, dann steht sie als erste mit einem breiten Grinsen auf der Bühne und präsentiert sich der Masse!

Und nochmal macht er deutlich, dass er sich verlassen fühlt. Hey, leute Sebastian war kein Killer, er hat niemanden getötet außer sich selbst! Und für seinen Tod sind wir alle verantwortlich, wir die alle immer nur weggucken und nicht helfen! Auch merkt man wieder genau wie er die Lehrer empfand, nämlich als eine Art Applauseinheimser, die aber ansonsten nie für die Schüler da sind! Womit er wieder den Nagel auf den Kopf trifft. Ich will nicht abstreiten, dass es noch Lehrer gibt, die sich um ihre Schüler bemühen. Aber ich denke, dass diese Gruppe heutzutage kleiner ist als die der Applauseinheimser.

Nazis, HipHoper, Türken, Staat, Staatsdiener, Gläubige...einfach alle sind zum kotzen und müssen vernichtet werden! (Den begriff "Türken" benutze ich für alle HipHopMuchels und Kleingangster; Sie kommen nach Deutschland weil die Bedingungen bei ihnen zu hause zu schlecht sind, weil Krieg ist... und dann kommen Sie nach Deutschland, dem Sozialamt der Welt, und lassne hier die Sau raus. Sie sollten alle vergast werden! Keine Juden, keine Neger, keine Holländer, aber Muchels! ICH BIN KEIN SCHEISS NAZI)

Ich hasse euch und eure Art! Ihr müsst alle sterben!

Seit meinem 6. Lebensjahr wurde ich von euch allen verarscht! Nun müsst ihr dafür bezahlen!

Hier kommt noch ein weiterer Faktor in´s Spiel, die sog. Türken (Zitat Sebastian B.), welche er als Begriff für HipHoper verwendet. Da er sich in diesem Abschnitt so dermaßen und mit solch einer Wut über die auslässt, lässt mich vermuten, dass auch sie ihn gemobbt oder anderweitig gedemütigt haben.

Weil ich weiss das die Fascholizei meine Videos, Schulhefte, Tagebücher, einfach alles, nicht veröffentlichen will, habe ich das selbst in die Hand genommen.

Als letztes möchte ich den Menschen die mir was bedeuten, oder die jemals gut zu mir waren, danken, und mich für all dies Entschuldigen!

Ich bin weg...

An dieser Stelle beweist er ein unglaubliches Gespür dafür, wie die Polizei mit seinen Sachen umgehen wird. Denn genauso wie er es hier beschreibt ist es ja auch wirklich gekommen. Man muss echt lang suchen bis man den (ungekürzten) Abschiedsbrief sowie den Blog, seinen Forumeintrag, in dem er um Hilfe bittet, oder sein Tagebuch im Internet findet.

Nun komme ich nochmal darauf zu sprechen, dass ihm seine Mitmenschen angeblich nichts bedeutet haben und er ein kaltblütiger Killer war, wie es ja so gern von den Medien dargestellt worden ist und wird! Sieht man sich den vorletzten Satz seines Abschiedsbriefes an bermkt man schnell, dass das gegenteil der Fall war. Er erkannte bereits beim Schreiben was er seiner Familie und seinen Mitmenschen, die ihn gut behandelt haben antun würde. Allerdings war es da meiner Meinung schon zu spät als, dass man ihm hätte helfen können. Er hatte sich nach außen abgeschirmt. Auch wenn er seine Rache vorher so groß ankündigt (und seine Tat wirklich nicht als unblutig zu bezeichnen ist), so macht der letzte Satz doch den Eindruck, dass er sich still und leise davonschleichen wollte. Da er sich eh als Ausgestoßener (Zitat siehe Absatz 15) sah, passt das genau in sein Selbstbildnis, von jemandem, der sowieso nicht vermisst werden wird.

Auch der Eintrag in einem Forum, in welchem er seine Probleme schilderte spricht die Sprache dieses Abschiedsbriefes.

ResistantX
26.06.2004 21:34
Also erstmal vorweg:
SOLLTE DIESER BEITRAG NICHT DEN BOARDREGELN ENTSPRECHEN, BITTE LÖSCHEN!!!

DAS HIER IST NICHT ALS ANKÜNDIGUNG ODER SCHÖNGEREDE ZU VERSTEHEN!!!

Also Hallo,
...wo soll ich anfangen... vielleicht im 7. Schuljahr: Ich war in eine Klasse, in der ich 3 gute Freunde hatte. Ich bin pappen geblieben.
Dann kam ich in eine andere Klasse, wo die Leute schon was besser waren als vorher. Mit der Klasse machte ich das 7. und das 8. Schuljahr. Im 8. blieb ich wieder pappen.
In der Klasse in der ich jetzt bin ist es einfach scheisse.
Die Kinder sind zur Hälfte kindisch oder Halbstark.
Nur wenige sind in Ordnung.
Aber nun zurück zur 7.(2)Klasse:
Ich denke das der ganze Dreck damit anfing, das einer von der Hauptschule (Ich bin auf real) nach Schulschluss zur unserer Schule kam, und mich schlagen wollte, keine Ahnung warum, vielleicht hat ihm meine Gesicht nicht gepasst, oder ich stand auf seinem Schatten.
Ich habe mich versteckt, seitdem hatte Ich Angst. Diese Angst schlägt so langsam in Wut um. Ich fresse die ganze Wut in mich hinein, um sie irgendwann auf einmal rauszulassen, und mich an all den Arschl**hern zu rächen, die mir mein Leben versaut haben. Ich meine diese "ganz harten", die meinen sie müssten mit 12 in der Ecke stehen und sich zuqualmen. Das sin die die immer nur auf die schwächeren gehen können.

Für die, die es noch nicht genau verstanden haben: Ja, es geht hier um Amoklauf!

Ich weiss selber nicht woran ich bin, ich weiss nicht mehr weiter, bitte helft mir.

Leute bedenkt mal: Der Eintrag wurde fast 2 1/2 Jahre vor dem Amoklauf gemacht, zu dieser Zeit hätte jeder Lehrer Sebastian helfen können, hätte ihn jeder Lehrer von sich aus ansprechen können, was denn mit ihm los sei. Er hat ja selbst noch um Hilfe gebeten, er wusste dass er welche brauchte! Und, was ich noch wichtiger finde: Er wusste worauf es hinaus laufen würde, wenn er keine Hilfe bekäm!! Umso erschreckender ist deshalb folgender Forumeintrag:

Resustantx
04.01.2006 03:49
Hmmmmmm...oh mann!
Da gebe ich mal meinen Namen bei google ein und komme auf sowas...
Dachte diesen Post von mir gäbs gar net mehr ;)

Naja was soll ich sagen, mir gehts besser. Ich bin nun im 10ten Schuljahr und denke ich schaffs. Danach gehst warscheinlich zum Bund, mal gucken ob ich da dann eine Ausbildung anfange.

o.O wenn ich mir meinen Post mal wieder durchlese kommt mir das echt bissl dämlich vor^^
Ich denke ich habe damals wohl etwas übertrieben :(
Klar ist man bei sowas sauer, aber ich habe gemerkt das ich letztendlich selbst Schuld hatte das ich 2 mal sitzen geblieben bin.

Na dann, liebe Grüsse
Resistant

Tja jetzt könnte man meinen, ist doch alles prima, der Junge hat Hilfe bekommen und wird nicht mehr gemobbt. Dafür spräche auch, dass am Schluss das X hinter Resistant fehlt, was deutlich macht, dass er sich nun nicht mehr als vergänglich sondern als dauerhaft betrachtet. Nur leider spricht sein Tagebuch 9 Monate später eine andere Sprache:

 

Wieso fällt es Menschen so schwer Dinge so zu nehmen, wie sie sind, ich meine warum akzeptieren meine Eltern, meine Tante oder sonst wer meinen Iro nicht? Sie denken sich:"Kann der nicht einfach normal rumlaufen?" Ja was bitte ist denn "normal"? Gibt es irgendwo ein Buch oder eine Homepage wo befohlen wird sich normal zu verhalten, anbei eine Erklärung was "normal" ist? WOHL KAUM! ALSO HÖRT AUF MIT EURER HARDCORE-KONSERVATIVEN Einstellung und seht es endlich ein: "Normal" ist Ich!

Hier sieht man´s einmal mehr: Er wurde nicht nur von seinen Mitschülern getrizt, sondern auch noch von der eigenen Familie.

Zusammenfassend kann man sagen, dass dieser Amokläuf nicht hätte sein müssen. Sebastian Bosse war KEIN Killer, er hat auf seinem Amoklauf niemanden erschossen außer sich selbst. Und aufgrund seiner Vorliebe für Paintball kann man nicht sagen er wär ein schlechter Schütze gewesen! Es hat Zeichen und Hilfeschrei in Hülle und Fülle gegeben nur leider verhallten sie ungehört!

In Gedenken an:

Sebastian Bosse (*29. April 1988, 20.11.2006)

 


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